Ausflugsziele

6 Seen an einem Tag

Sechs Naturseen erleben  – Unterhaltsames Wechselspiel zwischen Natur und Geschichte

Länge: 58 km | 4,5 Stunden

Wenn auf einer Radtour gleich sechs Naturseen hintereinanderliegen, steht der Vorfreude auf den Ausflug nichts im Wege. Diese steigt sogar noch mit dem Hinweis auf einen weiteren Vorzug: Die Wasserqualität der Gewässer ist ausgezeichnet. Damit kann die Seenrundfahrt mit Start und Ziel in Guben in der Niederlausitz jederzeit mit einem Sprung ins kühle Nass unterbrochen oder sogar gekrönt werden. Außerdem garantiert das saubere Wasser einen großen Naturreichtum in den Seen und an deren Ufern. Wasservögel, Störche und viele andere Tiere lassen sich unterwegs oder bei einer Rast im Grünen gut beobachten.

Doch auch Einblicke in die Geschichte fehlen auf der 55 Kilometer langen Strecke nicht. Diese bieten sich schon am Start in Guben, dessen Straßenbild noch viele Zeugnisse der einst stolzen Stadt der Textilindustrie beherbergt. Nur ein Katzensprung ist es von hier nach Polen, trennt doch nur die Neiße die Doppelstadt Guben-Gubin. Zwischen den Seen liegen wiederum viele sehenswerte Dörfer.

Naturpark Schlaubetal, Reicherskreuzer

Heide, Findlingspark Henzendorf

Als schönstes Bachtal Ostbrandenburgs preisen Einheimische und Besucher das Schlaubetal. Der nordwestlich von Guben gelegene Naturpark hat eine Fläche von 227 km². Prägend für die Landschaft sind die durch die Eiszeit entstandene Schmelzwasserrinnensysteme der Schlaube, Oelse, Demnitz und Dorche, die sich zwischen Wäldern, Schluchten, Mooren und Wiesen schlängeln, sowie die Sandflächen bei Reicherskreuz. Der Naturpark und seine Naturschutzgebiete beherbergen eine Vielfalt an Lebensräumen. Über 1000 zum Teil seltene Pflanzenarten, wie der Frauenschuh und der Korallenwurz, sind im Schlaubetal nachgewiesen. Fischotter, 140 Brutvogelarten und nahezu 700 Großschmetterlingsarten haben hier ihre Heimat. Von den zahlreichen Mühlen im Naturpark ist beispielsweise die Schwerzkoer Sägemühle mit dem rekonstruierten Wasserantrieb einen Ausflug wert. Die Reicherskreuzer Heide im südlichen Teil des Naturparks wurde früher als Truppenübungsplatz genutzt. Heute ist sie ein 30 km² großes Naturschutzgebiet, das ausgedehnte Heidelandschaften und viele Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Im Mai laden gelbe Besenginsterblüten und im September ein Meer von lilafarbenem Heidekraut zum Besuch ein. Ein Geheimtipp ist der Findlingspark nahe der Gemeinde Henzendorf. Kultur und Geschichte wurden von Künstlern nach historischem Vorbild in Stein gehauen. Ein Weg der Schriften, germanische Runen, keltische und hethitische Steinbilder und Skulpturen lassen den Besucher in die Vergangenheit eintauchen. Ausgewählte Steine wurden von Künstlern bearbeitet und dokumentieren 2000 Jahre Geschichte. Beschreiten Sie den „Weg der Steine“!

Neuzelle

Der Erholungsort Neuzelle befindet sich etwa 15 km nördlich von Guben. Unweit des Oder-Neiße-Radweges gelegen ist Neuzelle auch bequem mit dem Fahrrad zu erreichen. Schon von weitem ist das Wahrzeichen des Ortes, der über 70 m hohe Kirchturm, zu sehen. Nicht weit von der Oder entfernt erbauten vor über 700 Jahren die Zisterziensermönche auf einem Bergsporn ein Kloster, welches ihnen Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und der Ostmark, im Jahre 1268 stiftete. Mit seinen Barockkirchen, dem Kreuzgang, der Klausur und seinen Kunstschätzen zählt das Kloster heute zu einer der wenigen vollständig erhaltenen Anlagen Mitteleuropas. Der neugestaltete barocke Klostergarten lädt zum Ausruhen, Staunen und Lustwandeln ein. Außerhalb der Klostermauern befindet sich die Klosterbrauerei. Eine Urkunde aus dem Jahre 1335 enthält Informationen über den Hopfenanbau und lässt vermuten, dass die Mönche unmittelbar nach der Klostergründung Bier brauten. 1589 erhielt die Klosterbrauerei Neuzelle die Braurechte. Der Verkauf des Bieres an umliegende Ortschaften wurde zu einer wichtigen wirtschaftlichen Grundlage für das Kloster. Heute ist sie die einzige noch produzierende Klosterbrauerei im Land Brandenburg, wo noch nach alter handwerklicher Tradition Bier gebraut wird. Während einer Führung durch das historische Braugebäude kann der Besucher dem Brauer über die Schulter schauen und mehr über das edle Getränk erfahren.

Peitz

Die Stadt Peitz, 25 km südwestlich von Guben gelegen, ist als größtes zusammenhängendes Teichgebiet Deutschlands und als ein bedeutendes Zentrum der Fischwirtschaft bekannt. Der berühmte Peitzer Karpfen gilt als besondere Delikatesse. Bei einer Wanderung durch die Peitzer Teichlandschaft kann man seltene Pflanzen- und Tierarten finden. Im Hütten- und Fischereimuseum erfährt der Gast Wissenswertes über Tradition und Geschichte der Binnenfischerei und des Eisenhüttenwesens. Das historische Eisenhüttenwerk zählt zu den bedeutendsten technischen Denkmalanlagen Brandenburgs. Lohnenswert ist ein Spaziergang durch den historischen Altstadtkern. Die Stadt Peitz wurde im 16. Jahrhundert zur Festung ausgebaut. Als imposantes Bauwerk dieser Zeit ist der Festungsturm erhalten geblieben. Hinter den zum Teil 6 Meter dicken Mauern gibt ein Heimatmuseum Einblicke in Geschickte und Kultur der Region. Den Marktplatz dominieren das Rathaus mit Schaugiebel im Tudorstil und die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Stülerkirche. Auffällig an der Stülerkirche sind die architektonische Dreiteilung sowie die Verwendung von gelbem und rotem Backstein.

Forst

Die Stadt Forst ist bekannt für ihre Rosentradition. Der Ostdeutsche Rosengarten, eine historische Parkanlage aus dem Jahr 1913, ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Rund 700 Rosensorten auf 40.000 Rosenstöcken erwarten den Besucher. Eine Vielzahl von Gehölzen, romantische Wasserspiele und das lichte Grün weitläufiger Rasenflächen schaffen in dieser Parkanlage eine ganz besondere Atmosphäre. Die 35 km südlich von Guben gelegene Stadt blickt auf eine lange Geschichte der Textilindustrie zurück. Im Brandenburgischen Textilmuseum ist die Stadtgeschichte dokumentiert und die Textilgeschichte wird lebendig erzählt. Im Ortsteil Horno wird im „Archiv der verschwundenen Orte“ spielerisch und multimedial über die bergbaubedingte Umsiedlung in der Lausitz berichtet. Sehenswert ist auch die Museumsscheune, die historische Arbeitsutensilien des letzten Jahrhunderts ausstellt. Etwa auf halber Strecke zwischen Guben und Forst, direkt am Oder-Neiße-Radweg, liegt der kleine Ort Grießen. Hier steht ein technisches Denkmal der besonderen Art. Das in den 20er Jahren erbaute, 1967 stillgelegte Wasserkraftwerk funktioniert seit 1993 wieder. Begibt man sich von hier zur Dorfmitte, muss man den alten Bahnhofsberg erklimmen. Oben angekommen erreicht man die unter Denkmalschutz stehende Wehrkirche, die vor ca. 750 Jahren aus Feldsteinen erbaut wurde. Sie ist die älteste Kirche in der Region Guben.

Cottbus

Der Name Cottbus hat seinen Ursprung im Wendischen. Noch heute weisen die zweisprachigen Straßenschilder darauf hin, dass Cottbus mit seiner sorbisch-wendischen Minderheit die größte zweisprachige Stadt Deutschlands ist. Sehenswerte Denkmale der Zeiten prägen das Stadtbild, das Leben mit und in alten Mauern. Bis in die Abendstunden erfüllt heiteres Leben den liebevoll rekonstruierten Altmarkt, die „gute Stube“ der Stadt. Vor prächtigen Bürgerhäusern und barocken Giebelfassaden ducken sich romantische Straßencafés unter dem dominanten Turm der Oberkirche. Kleine Gassen zum Bummeln wechseln mit modernen Passagen.


Die größte Stadt der Lausitz hat sich dennoch den Charme einer kleinen Stadt bewahrt und erstrahlt freundlicher und schöner denn je. Das gilt auch für das frisch sanierte Große Haus des Staatstheaters am Schillerplatz.
Im Süden der Stadt, mit ihr durch grüne Parks entlang der Spree verbunden, öffnen die inszenierten Bilderkulissen des Landschaftsparks von Hermann von Pückler-Muskau völlig neue Blickachsen. Die Weltsichten des exzentrischen Gartenschöpfers und Literaten sind hier im 19. Jahrhundert zu berührenden Parklandschaften geworden, deren Wahrzeichen die Seepyramide als Grabstätte des Fürsten ist.
Das moderne Cottbus ist eine kleine Universitätsstadt mit rund 8 000 Studierenden und setzt wirtschaftlich und auch kulturell auf die Nähe zum Osten Europas. Davon kündet Anfang November jeden Jahres das Filmfestival Cottbus, welches das filmkünstlerische Schaffen Osteuropas beleuchtet, als auch das fröhlich-freche PolkaBEATS-Festival .

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